HISTORISCHER VEREIN - ARCHIV 2009
 
Neuigkeiten und Termine
Die Veranstaltungen des Historischen Vereins finden in der Regel im Saal des Gäubodenmuseums Straubing, Fraunhoferstr. 9, oder im Saal der Sparkasse Straubing-Bogen (Eingang Jakobsgasse) statt. Termine und Ankündigungen sind auch der Tagespresse (Straubinger Tagblatt) und dem halb- jährlich erscheinenden, per Post an die Mitglieder zugestellten Mitteilungsblatt des Vereins zu ent- nehmen...
WER, WO, WANN, WAS??? - NEUIGKEITEN DES HISTORISCHEN VEREINS

                                                           2009


Donnerstag, 03. Dezember 2009, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums:
Hartmann Schedel auf Reisen im Jahre 1488
Vortrag von Univ.-Professor Dr. Franz Fuchs, Univ. Würzburg


(hv). Im Jahre 1488 unternahm der berühmte Nürnberger Humanistengelehrte, Arzt und Büchersammler Hartmann Schedel, allgemein bekannt durch seine an Holzschnitten reiche, 1493 in Nürnberg gedruckte Schedel’sche Weltchronik, begleitet von zwei Benediktineräbten, wohl als medizinischer Beistand, eine Reise von Nürnberg in das Salzkammergut. Der Weg des weit gereisten Mannes führte durch die Oberpfalz über Regensburg die Donau hinab, über Pfatter und Straubing nach Oberaltaich. Von dort stieg die Reisegesellschaft auf den Bogenberg, um den berühmten Wallfahrtsort zu besichtigen. Die Wallfahrt setzte die Gesellschaft dann über Niederaltaich weiter fort nach St. Wolfgang.

Der Reisebericht liefert eine Fülle von Informationen zur Wolfgangswallfahrt im ausgehenden Mittelalter ebenso wie zu den Realien des Reisens und zu den damaligen Verkehrswegen. Wir erfahren Neues zu fast jedem der aufgesuchten Orte, darunter auch über die Stadt Straubing im Spätmittelalter.



Samstag, 24. Oktober 2009
Erläuterungstafeln an Denkmälern: Aktion wird fortgesetzt

(hv).
Die frühere Aktion, an geschichtsträchtigen Häusern bzw. Denkmälern eine Tafel mit erläuterndem Text anzubringen, wird fortgeführt. Ins Auge gefasst sind folgende Gebäude: Krönungskapelle (Donaugasse/Petersgasse), ehem. Chorregentenhaus (Pfarrplatz), Weinhaus Klarl (Albrechtsgasse) und die mittelalterliche Fleischbank (Spitalgasse).



Samstag, 24. Oktober 2009
In eigener Sache: Kurznachrichten des Historischen Vereins

(hv).
Die im Stadtarchiv eingelagerten Videobänder und Filme (insbes. Neumayr etc.) aus der Sammlung des Historischen Vereins wurden zur Sicherung digital überspielt. Die farbige Publikation über das Dürerfenster von Dr. Hartmut Scholz „Albrecht Dürer und das Mosesfenster in St. Jakob in Straubing“ ist noch in wenigen Exemplaren verfügbar. Sie kann, gut geeignet als Geschenk, zum Preis von 10,80 Euro im Buchhandel und beim Verein (zugl. Porto) bezogen werden. Nach jüngster Mitteilung von Prof. Dr. D.E.H. de Boer (Univ. Groningen/Holland) erscheint in etwa drei Monaten eine völlig neubearbeitete Monographie über „Jakobäa van Beieren“ bei einem holländischen Verlag. Mit dem Erscheinen seiner Monographie über Herzog „Albrecht I.: In de Leenwekuil. Albrecht van Beieren (1334-1404) als Europees vorst“ ist nicht vor 2011 zu rechnen.

Dem Rundbrief liegen Informationsblätter über die vom Verein herausgegebenen Sonderbände Nr. 1 bis 4 und Bestellscheine bei. Die Sonderbände können zum Mitgliedervorzugspreis beim Verein (Email: gaeubodenmuseum@straubing.de, Fon 09421/9741-10) bezogen werden. Der soeben erschienene Sonderband Nr. 4: O. Schmidt, Der Straubinger Bildhauer Simon Hofer (Bd. 1, 227 S., Bd. 2, 296 S. mit 236 Abb.) ist zum Mitgliederpreis von 28,80 Euro für beide Bände beim Verein erhältlich.

Die Vorstandschaft prüft derzeit die Möglichkeiten, einen größeren Teil unserer älteren Vereinsberichte zu digitalisieren und online ins Netz zu stellen. Um einen Überblick über die Kosten zu bekommen, werden von verschiedenen Dienstleistern Angebote eingeholt. Wie auf Anregung des Stadtarchivs im Kulturausschuss besprochen, werden sich das Gäubodenmuseum in Verbindung mit dem Stadtarchiv und der Verein im Herbst 2010, anlässlich des 500. Geburtsjahrs von U. Schmidl, mit einer Ausstellung und Vorträgen an dem Gedenkjahr beteiligen. In den Vorstandssitzungen wurde wiederholt über eine Aktualisierung unserer Vereinssatzung diskutiert. Der Schatzmeister legte eine überarbeitete Satzung vor, die noch einem erfahrenen Juristen zur Prüfung übergeben werden soll.

Wiederholt dürfen wir hier unsere Bitte vortragen, der Vereinsbibliothek Orts- und Vereinschroniken, Firmengeschichten, spezielle Prospekte, Theaterzettel, Wahlplakate sowie Berichte und Broschüren von gestern und heute zu überlassen. Die Vereins- und Museumsbibliothek ist für jede Ergänzung aus älterer und jüngerer Vergangenheit dankbar.

Für jeden Verein ist die Mitgliederwerbung ein primäres Anliegen. Im vergangenen Kalenderjahr ist die Zahl der Vereinsmitglieder zum ersten Mal seit vielen Jahren gesunken. Um die kulturellen Aufgaben (Heimat-, Denkmalpflege, Herausgabe eines vielfältigen Jahresberichts) auch in Zukunft bewerkstelligen zu können, möchten wir die Vereinsmitglieder aufrufen, insbesondere im Bekannten- und Verwandtenkreis auch weiterhin für einen Vereinsbeitritt (jährlich 20 Euro, Schüler und Studenten nur 10 Euro) zu werben. Das gedruckt vorliegende Mitgliederverzeichnis (Bd. 100/I) kann dazu Anregungen geben.

Bei veränderter, uns unbekannter Adresse ist die Zustellung der Vereinsmitteilungen und des Jahresberichts für uns mit erheblichen Kosten und Mühen verbunden. Da die Vereinskasse dadurch auch noch mit unnötigen Kosten belastet wird, bitten wir die Mitglieder um rechtzeitige Mitteilung (Tel. 09421/9741-10 bzw. E-Mail: gaeubodenmuseum@straubing.de) der neuen Adresse.



Samstag, 24. Oktober 2009
St. Jakob: Glasfenster-Restaurierung vor dem Abschluss

(hv).
In diesem Jahr wird in St. Jakob die Restaurierung der Glasfenster abgeschlossen werden können. Derzeit läuft die vorbereitende Schadens- und Maßnahmenkartierung für die 2010 beginnende Innenrestaurierung der Stiftskirche. Die gleichfalls in mehrere Abschnitte eingeteilte Innenrestaurierung wird kaum vor 2015 abgeschlossen werden können.



Samstag, 24. Oktober 2009
Jesuitenkirche: Fotodokumentation abgeschlossen

(hv).
Dank der photographischen Kunst unseres Vereinsmitgliedes Peter Schwarz wurden in der Gruft der Jesuitenkirche die letzten Reste der Inschriften an den Wänden aufgenommen sowie auch die fast abgetretenen Inschriften (Namen und Daten) auf den steinernen Gruft- bzw. Gedenkplatten im Pflaster der Gruft und in der Kirche dokumentiert.



Samstag, 24. Oktober 2009
St. Peter Straubing: Rückführung von Grabdenkmälern

(hv).
Im Februar 2009 hat die Kirchenverwaltung von St. Peter endgültig die Rückführung der Mitte der 70er Jahre aus der Basilika St. Peter entfernten Grabdenkmäler bewilligt. Zwischenzeitlich kamen 22 Grabdenkmäler an die Seitenwände zurück. Sie erinnern daran, dass der Kirchenraum bis ins 18. Jahrhundert als Begräbnisstätte diente. Mit ihrer Rückkehr in den Kirchenraum wird auch wieder ein Stück Straubinger Geschichte lebendig.

Auf dem Betreibergelände des Städtischen Bauhofs (Abfahrt Kirchroth/Wallmühle) lagern ca. zehn spätmittelalterliche Epitaphien (zumeist Fragmente), die aus dem Umfeld von St. Peter (ehem. Bauernhof in der Kirchgasse) stammen. Der Verein will sich um eine photographische Dokumentation sowie um eine konservatorische Lagerung und Unterbringung dieser historischen Denkmäler bemühen.



Samstag, 24. Oktober 2009
Stiftung St. Peter Straubing - Aktueller Stand...

(hv).
Die von Vereinsmitglied Th. Seethaler gegründete „Stiftung St. Peter Straubing“ hat sich im Zuge der Rückführung der Denkmäler bereit erklärt, auf Wunsch die Anfertigung kunstschmiedeeiserner Gitter für die drei Portalfelder des Lapidariums zu übernehmen, damit der Bretterverschlag verschwindet, aber dennoch die verbleibenden Epitaphien eingesehen werden können. Ebenfalls würde die Stiftung gegebenenfalls ein Schutzgitter in der Ölbergkapelle übernehmen. Die Stiftung ist nach Aussage ihres Kurators auch bereit, falls die Gelder des 2009 auslaufenden Finanzierungsplans (EFO) nicht ausreichen sollten, bei Restaurierung und Aufstellung der verbleibenden Grabplatten finanziell einzuspringen. – Diese Stiftung und ihre Arbeit verdienen in jedem Fall weitere Unterstützung (z. B. durch Aufstockung des Grundkapitals). Bei Interesse möchte man Kontakt unter Tel. 09421/6842 mit Vereinsmitglied Theodor Seethaler aufnehmen.



Samstag, 24. Oktober 2009
Schutzengelkirche - Aktueller Stand...

(hv). Die Restaurierungsmaßnahmen in der Schutzengelkirche sind dank der Bemühungen von Vereinsmitglied L. Burgmayer, des Initiators der „Schutzengelhilfe“, zwischenzeitlich recht weit gediehen. Der Einbau des Chorgestühls ist abgeschlossen, erst jüngst konnten drei ältere Gemälde, die bei einem Restaurator entdeckt wurden, im Chor wieder aufgehängt werden. Gleichfalls wurden zwei um 1900 datierte Fenster mit Farbverglasung restauriert und hinter der Orgel auf der Empore montiert. Im Fundus der Kirche befinden sich noch etliche kleinere religiöse Kunstgegenstände (abgehängte Bilder, Gemälde, Urkundentafeln etc.), die auch noch gesichert werden sollen. So möchten wir weiterhin um wohlwollende monetäre „Schutzengelhilfe“ auf das Konto Nr. 415 646 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte bitten (BLZ 742 500 00), zumal eben auch die benachbarte Krönungskapelle unsere Hilfe braucht.



Mittwoch, 14. Oktober 2009, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums:
Die Straubinger Dreifaltigkeitssäule
Vortrag der Kunsthistorikerin D. Kozlowska, Regensburg

(hv). Vor 300 Jahren wurde die Straubinger Dreifaltigkeitssäule im Oktober 1709 eingeweiht wurde. Ähnlich der Mariensäule in München oder in Freising verleiht das Straubinger Denkmal dem Raumbild des Platzes eine gesteigerte Wirkung. Die Idee der Votivsäule geht weit in das 17. Jahrhundert zurück. Auf deutschem Boden dürfte die Münchner Mariensäule das älteste Denkmal dieser Art sein, das auf die Gesinnung eines Fürsten oder eine ganze Gemeinde zurückgeht. Der Vortrag bemüht sich um die Vorstellung des Typus der Votiv-, Pest- und Ehrensäule, die in weiten Teilen der ehemaligen Habsburgermonarchie Verbreitung fand.



Donnerstag, 17. September 2009, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums:
Der Eisenbahnstandort Straubing
Vortrag von Dipl. Ing. Heinrich Stangl, Altdorf

(hv). Am 12. Dezember 1859 wurde Straubing offiziell an das neu erbaute Eisenbahnnetz der Bayerischen Ostbahn AG angeschlossen. Dies gibt Anlass, auf Vorgeschichte, Planung und Randbedingungen beim Bau der ersten Eisenbahnlinie nach Straubing einzugehen und vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklungen zu kommentieren. So werden der erste Betrieb und der Ausbau der Eisenbahn in und um Straubing bis zur Blütezeit chronologisch angesprochen ebenso wie der bis heute gehende Rückgang des Verkehrsaufkommens.

Zudem behandelt Heinrich Stangl, selbst aktiver Eisenbahner in leitender Funktion und ausgewiesener Erforscher der bayerischen Eisenbahngeschichte, die Infrastruktur der Eisenbahn in Straubing und das rollende Material, welches von Straubing aus eingesetzt wurde.



Sonntag, 13. September 2009
TAG DES OFFENEN DENKMALS 2009: "Historische Orte des Genusses"

(hv). Der Tag des offenen Denkmals findet heuer am 13. September statt. Das diesjährige Motto lautet weitgespannt „Historische Orte des Genusses“. Die Palette von präsentierbaren Denkmälern reicht von historischen Gasthäusern, Sport- und Spielstätten über Sakralräume, Konzert-, Theater- und Kinosäle bis zu privaten Orten des Genusses. Die Untere Denkmalschutzbehörde wird für diesen Denkmaltag ein vermittelbares Programm ausarbeiten.



Sonntag, 06. September, bis Mittwoch, 09. September 2009
2000 Jahre Varusschlacht - Imperium, Konflikt, Mythos
Archäologische Studienfahrt in Zusammenarbeit mit der Vhs Straubing-Bogen unter der Leitung von Kulturkuratorin Birgit Gigler/Steinach nach Kalkriese

(hv). Aufgesucht werden die Originalstätten mit den drei Ausstellungen in Haltern am See, Kalkriese und Detmold .Das Reiseprogramm: Sonntag, 5.30 Uhr, Abfahrt in Bogen/Bahnhof, 6.00 Uhr, Straubing/Busbahnhof; Fahrt nach Haltern am See mit Besuch der Ausstellung und des Römermuseums; Montag: Stadtführung in Osnabrück, Fahrt nach Vernermoor; Dienstag: Fahrt nach Kalkriese, Besuch der Ausstellung und des Museums, ev. auch Park von Kalkriese; Mittwoch: Abfahrt nach Detmold, Besuch des Lippischen Landesmuseums mit Ausstellung „Mythos“, Besuch des Hermann-Denkmals; Rückkunft in Straubing ca. 22.00 Uhr.

Preis pro Person: ca. 240.- Euro im Doppelzimmer incl. Eintrittsgebühren und Stadtführung, mit Bus der Firma Ebenbeck. Anmeldung: Vhs-Bildungszentrum Oberaltaich. Tel. 09422/505605, Fax 09422/505620. Mail: anmeldung@-bildungszentrum.de



Juli 2009, Gäubodenmuseum:
Bahnhof Straubing – 1859-2009 – Vom Kopfbahnhof zum Eisenbahnknoten
Führung von Dr. Stefan Maier, wiss. Mitarbeiter des Gäubodenmuseums Straubing, durch die Ausstellung im Gäubodenmuseum

(hv). Termin und Treffpunkt für die Führung durch die Ausstellung werden noch rechtzeitig in der Tagespresse bekannt gegeben!



Samstag, 13. Juni 2009, 12.30 Uhr Abfahrt am Busbahnhof am Hagen:
Schloss Sünching: Bau- und Kunstgeschichte
sowie die Dorfkirchen Dürnhart und Mötzing mit Ortsgeschichte

Kunsthistorische Exkursion unter der Leitung von Heimatpfleger und Ortschronist Josef Gstettner/Mötzing

(hv). Unter der kundigen kunsthistorischen Führung des Besitzers Johann C. Freiherr von Hoenning O’Carroll können das ab 1758 erbaute Schloss mit Schlosskapelle Mariä Himmelfahrt in Sünching sowie der Festsaal besucht werden. Bedeutende Künstler wie Cuvillies, Matthäus Günther, der Hofstuckator F. X. Feichtmayr u. a. haben an der Ausstattung dieser auffälligen Rokokoanlage mitgearbeitet. Unter der kunsthistorischen Führung des Vereinsmitgliedes Josef Gstettner (Haimbuch/Mötzing) wird auch die barocke Nikolauskirche (frühbarocker Altar mit Assistenten) in Dürnhart sowie die Mötzinger Kirche (romanische Pieta, Statue Johannes der Täufer/ um 1400) besucht. Ausführungen zur jeweiligen Ortsgeschichte runden den Besuch ab.

Abfahrt nach Sünching mit einem Bus der Firma Mittermeier, Samstag, 13. Juni 2009, 12.30, Uhr am Busbahnhof am Hagen! Rückkunft ca. 18.00 Uhr. Fahrtkosten incl. Eintritt und Führungen: 15.- Euro pro Person. Selbstfahrer zum gleichen Preis!

Verbindliche baldige Anmeldung mit vorheriger Einzahlung des Unkostenbeitrags an der Kasse des Gäubodenmuseums, Fraunhoferstr. 9, Tel. 09421/9741-10.



Donnerstag, 7. Mai 2009, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums:
Kalkriese und die Varusschlacht
Vortrag von Privatdozent Dr. Günther Moosbauer, Universität Osnabrück (Alte Geschichte / Archäologie der Römischen Provinzen)

(hv). Am Kalkrieser Berg nördlich von Osnabrück finden seit 1987 archäologische Untersuchungen statt, die römisch-germanischen Militäroperationen der augusteisch-tiberischen Zeit gelten. Zahlreiche frühkaiserzeitliche Fundstellen mit römischen Münzen und Militaria, die ein ausgedehntes Kampfgeschehen in einem rund 30 qkm großen Areal andeuten, wurden im Zuge von Prospektionen und Suchschnitten entdeckt.

Zu den wichtigsten archäologischen Befunden gehört eine Wallanlage mit Durchlässen, die jeweils seitlich an den Enden einen vorgelagerten Graben besaß. Germanen hatten diesen Wall aus Sanden, Kalksteinen und Rasensoden auf einer Länge von etwa 400 m als Hinterhalt gegen die Römer innerhalb kurzer Zeit errichtet. Von dort und von weiteren Stellen, wie etwa Waldkanten, wurde von ihnen in einer Art Defileegefecht das vorbeiziehende römische Heer angegriffen und völlig vernichtet.

Zum ersten Mal hat die Bodenforschung in Kalkriese die Möglichkeit, ein antikes Schlachtfeld umfangreich zu analysieren. Interpretationsansätze müssen im Vergleich mit mittelalterlichen und modernen Schlachtfeldern neu entwickelt werden, um die Vorgänge vor, während und vor allem nach den Kämpfen zu rekonstruieren. Vor allem die Plünderung des Schlachtfeldes unmittelbar nach den Kämpfen hat für eine starke Auslese der heute noch aufzufindenden Objekte gesorgt. Archäologische und numismatische Indizien sprechen dafür, dass der Fundplatz mit der Varusschlacht in Verbindung zu bringen ist.

Nicht nur die Archäologie steht deshalb im Zentrum des Interesses, sondern auch die römische Germanienpolik in augusteisch-tiberischer Zeit und die dazu konträre neuzeitliche Rezeption des Ereignisses und seiner postulierten Folgen. Besonders zur Zeit der Befreiungskriege wurde die Varusschlacht aus nationalen Gründen mythologisch überhöht und Hermann (Arminius) zum Befreier einer deutschen Nation, die es in der Antike noch gar nicht gab.



Mittwoch, 29. April 2009, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums:
„Alle Macht den Räten“ - Die bayerische Revolution von 1918/19
Vortrag von Dr. Michaela Karl, Lehrbeauftragte an der Hochschule für Politik in München

(hv). Dass die Bayern in einem Freistaat leben, verdanken sie nicht der CSU, sondern der Revolution vom 7. November 1918 und ihrem geistigen Urvater, dem ersten Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern: Kurt Eisner. Bayern ging Deutschland auf dem Pfad der Demokratie damals voran. Ein halbes Jahr lang schaute die Welt auf Bayern, das zum Experimentierfeld politischer Utopien wurde.

Cafehaus-Intellektuelle und Schwabinger Bohemiens wie Erich Mühsam, Gustav Landauer und Ernst Toller prägten für kurze Zeit die bayerische Politik, nachdem Kurt Eisner im Februar 1919 von einem nationalistischen Offizier ermordet wurde. Sie gründeten am 7. April 1919 die erste Bayerische Räterepublik, die allein Südbayern erfasste und nach nur einer Woche von der Kommunistischen Räterepublik abgelöst wurde. Derweil formierten sich inner- und außerhalb Bayerns gegenrevolutioäre Strömungen, die der Revolution ein blutiges Ende bereiten sollten. Anfang Mai 1919 besetzten Freikorps und Reichswehr München und ermordeten viele der Revolutionäre; vier Jahre später marschierte der junge Hitler in der „Hauptstadt der Bewegung“ zur Feldherrnhalle.

Die Revolution in Bayern ist ein Beispiel dafür, wie Menschen jenseits aller Parteidoktrinen Geschichte machten und sich freier Wille über scheinbar objektive Gegebenheiten und Grenzen hinweg setzte. Michaela Karl erzählt, wie niederbayerische Bauernbündler, kämpferische Sozialdemokraten, realitätsferne Träumer und Humanisten, kommunistische Arbeiterführer und tapfere bayerische Rotarmisten ihr Leben riskierten für ihren Traum vom gerechten und sozialen Staat. Begleitet wird dieser Ausflug in eines der spannendsten Kapitel der bayerischen Geschichte von Hubert Ramesberger, der mit Arbeiterliedern und Münchener Liedern die Atmosphäre jener revolutionären Tage wieder aufleben lässt.



28. März 2009
In eigener Sache...

(hv). Wiederholt dürfen wir hier unsere Bitte vortragen, der Vereinsbibliothek Orts- und Vereinschroniken, Firmengeschichten, spezielle Prospekte, Theaterzettel, Wahlplakate sowie Berichte und Broschüren von gestern und heute zu überlassen. Die Vereins- und Museumsbibliothek ist für jede Ergänzung aus älterer und jüngerer Vergangenheit dankbar.

Für jeden Verein ist die Mitgliederwerbung ein primäres Anliegen. Im vergangenen Kalenderjahr ist die Zahl der Vereinsmitglieder zum ersten Mal seit vielen Jahren gesunken. Um die kulturellen Aufgaben (Heimat-, Denkmalpflege, Herausgabe eines vielfältigen Jahresberichts) auch in Zukunft bewerkstelligen zu können, möchten wir die Vereinsmitglieder aufrufen, insbesondere im Bekannten- und Verwandtenkreis auch weiterhin für einen Vereinsbeitritt (jährlich 20 Euro, Schüler und Studenten nur 10 Euro) zu werben. Das gedruckt vorliegende Mitgliederverzeichnis (Bd. 100/II) kann dazu Anregungen geben.

Bei veränderter, uns unbekannter Adresse ist die Zustellung der Vereinsmitteilungen und des Jahresberichts für uns mit erheblichen Kosten und Mühen verbunden. Da die Vereinskasse dadurch auch noch mit unnötigen Kosten belastet wird, bitten wir die Mitglieder um rechtzeitige Mitteilung (Tel. 09421/ 9741-10 bzw. E-Mail: gaeubodenmuseum@straubing.de) der neuen Adresse.



28. März 2009
Gemälde-Restaurierung harrt der Dinge...

Vor einiger Zeit wurde auf Veranlassung des Historischen Vereins zusammen mit Stadtrat Hans G. Sax und Vereinsmitglied Bernhard Hartl das arg mitgenommene Gemälde „Schlüsselübergabe an den hl. Petrus“ (gelagert im Turm von St. Michael), geschaffen von dem Maler Selpelius, auf eine mögliche Restaurierung geprüft. Aufgrund eines Gutachtens des Landesamts für Denkmalpflege wurde eine Restauratorenfirma um ein Kostenangebot bemüht, die aber offensichtlich wegen der hohen Schadenssumme bis heute nichts hören ließ.



28. März 2009
Neues von der Karmeliten-Bibliothek...

(hv). Die Restaurierung der Bibliothek des Karmelitenklosters mit ihrer künstlerischen Ausstattung (Fresko- und Seccomalereien) aus der Zeit um 1710 konnte nach fast dreijähriger Arbeit mit einem kleinen Festakt abgeschlossen werden. Zwischenzeitlich sind auch die alten Gestelle aus dem 19. Jahrhundert restauriert und werden sukzessive mit dem Altbestand des Klosters (ca. 8000 Bände vor 1800) bestückt. Gleichwohl noch keine endgültige Deutung des komplexen Freskenprogramms gelungen ist, will der Verein im kommenden Winterprogramm für seine Mitglieder eine Führung anbieten.

>>> mehr dazu im Mitteilungsblatt 2/2009



28. März 2009
Stiftung St. Peter finanziert Schutzgitter für Ölbergkapelle

(hv). Die von Vereinsmitglied Theodor Seethaler gegründete „Stiftung St. Peter Straubing“ hat sich im Zuge der Rückführung der Denkmäler entschieden, die Anfertigung kunstschmiedeeiserner Gitter für die drei Portalfelder der Ölbergkapelle zu übernehmen, damit der Bretterschlag verschwindet, aber dennoch die verbleibenden Platten eingesehen werden können. Die Stiftung ist nach Aussage ihres Kurators auch bereit, falls die Gelder des 2009 auslaufenden Finanzierungsplans nicht ausreichen sollten, bei Restaurierung und Aufstellung der verbleibenden Grabplatten finanziell einzuspringen.

Die Stiftung und ihre Arbeit verdienen in jedem Fall weitere Unterstützung (z. B. durch Aufstockung des Grundkapitals). Bei Interesse möchte man Kontakt unter Tel. 09421/6842 mit Vereinsmitglied Theodor Seethaler aufnehmen.

Auf dem Betreibergelände des Städtischen Bauhofs (Abfahrt Kirchroth/Wallmühle) lagern ca. zehn spätmittelalterliche Rotmarmorepitaphien (zumeist Fragmente), die aus dem Umfeld von St. Peter (ehem. Bauernhof in der Kirchgasse) stammen. Der Verein bemüht sich um eine photographische Dokumentation sowie um eine konservatorische Lagerung und Unterbringung dieser Denkmäler, eventuell nach Rückführung der Epitaphien dann in der Ölbergskapelle (Nebenräume).



28. März 2009
Rückführung von Grabdenkmälern nach St. Peter

(hv). Im Februar 2009 hat die Kirchenverwaltung von St. Peter endgültig die Rückführung der Mitte der 70er Jahre achtlos aus der Basilika St. Peter entfernten Grabdenkmäler bewilligt. Nach den Plänen und Vorschlägen von I. Schmidt erfolgt nun die Rückkehr von 19 Grabdenkmälern (ursprünglich 22 Denkmäler) an die Seitenwände im Innern. Die Maßnahme, die im Rahmen des EFO-Projekts abgewickelt wird, muss in diesem Jahr abgeschlossen werden.



28. März 2009
Glasfenster-Restaurierung vor Abschluss...

(hv). In diesem Jahr wird in St. Jakob die Restaurierung der Glasfenster abgeschlossen werden können. Derzeit laufen bereits die vorbereitenden und fachlichen Maßnahmen für die 2009 beginnende Innenrestaurierung der Kirche St. Jakob an. Die gleichfalls in mehrere Abschnitte eingeteilte Maßnahme der Innenrestaurierung wird kaum vor 2015 abgeschlossen werden können.



28. März 2009
"Schutzengelhilfe" weiterhin aktiv...

(hv). Dank der Bemühungen von Vereinsmitglied Lutz Burgmayer, des Initiators der „Schutzengelhilfe“, sind die Restaurierungsmaßnahmen in der Schutzengelkirche zwischenzeitlich recht weit gediehen. Der Einbau des Chorgestühls im Mönchschor ist fast abgeschlossen. Die jüngst aufgestellte Orgel wird farblich auf das gesamte Ensemble abgestimmt.

Erst jüngst wurden zwei um 1900 datierte Fenster mit Farbverglasung restauriert und hinter der Orgel auf der Empore montiert. Derzeit läuft auch die von der Stadt besorgte Restaurierung des Klostergartens mit Wiederherstellung der Gartenanlage, der Fenster, historischen Türen und Fresken. Im Fundus der Kirche befinden sich noch etliche kleinere religiöse Kunstgegenstände (abgehängte Bilder, Tafeln, Gemälde, Rahmen etc.), die auch noch zurückgeführt werden sollen.

So möchten wir weiterhin um wohlwollende monetäre „Schutzengelhilfe“ auf das Konto Nr. 415646 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte bitten (BLZ 742 500 00), da eben noch verschiedene kleinere Wünsche zu erfüllen wären...



Donnerstag, 12. März 2009, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums
Jahreshauptversammlung 2009 mit Neuwahlen der Vorstandschaft

(hv). Die Einladung zur Mitgliederversammlung liegt dem Mitteilungsschreiben 2/2008 mit Tagesordnung bei. In der Jahreshauptversammlung im Gäubodenmuseum wurde die bisherige Vorstandschaft einstimmig wieder gewählt. Auch die anderen Amtsträger wurden wieder in ihren Ämtern bestätigt: 1. Vorsitzender A. Huber, 2. Vorsitzender Dr. Johannes Prammer, Schatzmeister Karl Bauer, Schriftführer Dr. Stefan Maier, Revisoren: H. Agsteiner und E. Horn. Diese Vorstandschaft ist auf drei Jahre gewählt.

>>> mehr dazu im Mitteilungsblatt 1/2009



Montag, 23. Februar 2009
Ein Meister der Funktionalisierung
Übergabe zweier Extrabände über den Straubinger Bildhauer Simon Hofer


Freuten sich über den neu erschienenen Extraband des Historischen Vereins (v.l.): Josef Loibl von der Sparkasse, Kulturamts-Leiter Johannes Burgmayer, Hans Eisenschink vom Verlag Attenkofer, Alfons Huber, Dr. Otto Schmidt, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Bürgermeister Franz Schedlbauer und Museumsdirektor Dr. Johannes Prammer (Foto: Straubinger Tagblatt)

(sr-tagblatt). Der „Historische Verein Straubing und Umgebung“ übergab im Konferenzraum des Rathauses zwei Extrabände zum Thema „Bedeutende Straubinger Künstler des 18. Jahrhunderts“ an Oberbürgermeister Markus Pannermayr und einige Sponsoren des Werks. Alfons Huber, Vorsitzender des Historischen Vereins, sagte, dass das jahrzehntelange Bemühen um die Erforschung von Simon Hofer nun ein vorläufiges Ende finden werde. Der Autor des Werks, Dr. Otto Schmidt, bezeichnete Simon Hofer als einen der „bedeutendsten Bildhauer Bayerns“ und als einen „Meister der Funktionalisierung“, der es schaffe, die totale Abstimmung aller Verhältnisse innerhalb einer Skulptur, aber auch in ihrer Anpassung nach außen hin herzustellen.

Die in zwei Bänden vorgelegte Studie erschließe das Werk des Straubinger Bildhauers Simon Hofer, der bisher kaum bekannt war, ohne Zweifel aber zu den bedeutenderen Vertretern der bayerischen Sakralplastik im 18. Jahrhundert zu zählen sei. Ein Dankeschön ging auch an alle Sponsoren des Werks. Im Einzelnen sind das die Kulturstiftung des Bezirks Niederbayern, der Bezirk Oberpfalz, das Bistum Regensburg, die Ernst-Pietsch-Stiftung Deggendorf, das Kulturamt der Stadt Straubing, der Lions-Club Straubing sowie die Stadt Straubing und die Stiftung der Sparkasse Niederbayern-Mitte.

Dem Mitteilungsblatt 1/2009 liegen Informationsblätter über die vom Verein herausgegebenen Sonderbände (Nr. 1 bis 4) und Bestellscheine bei. Die Sonderbände können zum Mitgliedervorzugspreis beim Verein (E-Mail: gaeubodenmuseum@straubing.de, Tel. 09421/9741-10) bezogen werden. Der soeben erschienene Sonderband Nr. 4: O. Schmidt, Der Straubinger Bildhauer Simon Hofer (Bd. 1, 227 S., Bd. 2, 296 S. mit 236 Abb.) ist zum Mitgliederpreis von 28,80 Euro für beide Bände beim Verein erhältlich.



Mittwoch, 18. Februar 2009
OTTO SCHMIDT: DER STRAUBINGER BILDHAUER SIMON HOFER (1683-1749)
Neuerscheinung - Sonderband 4 | 1-2 des Historischen Vereins...

(hv). Zum 325. Geburtsjahr des Straubinger Bildhauers Simon HOFER legt Otto Schmidt, ausgewiesener Kenner der bayerischen Sakralplastik, in zwei Bänden (Text- bzw. Tafelband mit archivalischen Zeugnissen und Anmerkungen) eine Studie dieses in seiner Biographie und seinem künstlerischen Werk bislang kaum bekannten Künstlers vor, der ohne Zweifel zu den bedeutenderen Vertretern der bayerischen Sakralplastik im 18. Jahrhundert zu zählen ist.

Der Einzugsbereich seiner Werkstätte reichte von Abensberg bis nach Kötzting, von Thürnthenning im Isartal bis nach Rinchnach in den Bayerischen Wald hinein. Mit seinen Skulpturen hat der Barockbildhauer Simon Hofer das Gesicht so bedeutender Klosterkirchen wie St. Emmeram (Regens- burg), Frauenzell, Reichenbach, Paring, Mallersdorf, Metten und Niederalteich geprägt.

Für den Rang dieses nahezu vergessenen Barockbildhauers, der seine Schnitzwerke im Gegensatz zu manch anderen Künstlern nicht signierte, spricht, dass der Autor bei seinen Zuschreibungen darauf achten musste, Hofers Arbeiten gegenüber denen von Joseph Matthias Götz (1696-1760) und Franz Anton Neu († 1758) abzugrenzen, dass er nicht zuletzt auch zu zeigen vermochte, wie sehr die gewiss hochstehende Produktion der Straubinger Zeitgenossen von Hofers Werken übertroffen wird. In mühsamer Feldforschung, die selbst kleinste Filialkirchen erfasst, konnte der Blick auf eine Großwerkstätte zurückgewonnen werden, die in Quantität wie Qualität im „Niederen Bayern“ nur noch Christian Jorhan d. Ä. (1727-1804) erreicht.

Der Kunstinteressierte, der hier eingeladen wird, sich einem kaum bekannten Künstler zu nähern, hat es bei der methodischen Vorgehensweise und der Lektüre der peniblen Argumentation, dem beschwer- lichen Rekonstruktionsversuch, der Vergegenwärtigung sowohl des theologischen Hintergrundes wie der Welt, für die diese Kunstwerke gedacht waren, nicht leicht. Doch bietet ihm der übersichtlich gegliederte Text auch geschlossene Abschnitte und Kapitel, die er sich als Schwerpunkte wie als Einzelabhandlungen heraussuchen kann.

„Für denjenigen, der sich für die Frage interessiert, welcher Bestand für Hofer reklamiert werden soll“, empfiehlt der Autor selber eine Lektüre des zweiten Teils der Arbeit (Kapitel 6–9). Dort lassen sich hinreichend viele Kurzcharakteristiken entdecken, „die ohne den anstrengenden Anspruch auftreten, die Bildwerke von Grund auf zu erfassen“ und „die Ausstattungsgeschichte mancher Kirchen neu zu überdenken“.

Wer indes erfahren will, „mit welchem methodischen Instrumentarium der Beweisgang“ zur Abgrenzung des Werks Hofer vollzogen wird, dem steht von Kapitel 1 bis 5 „eine mühsame, die Geduld voll beanspruchende Lektüre bevor“. Ohne ständigen Blick auf das umfangreiche Abbildungsmaterial, das aus praktischen Gründen in einem zweiten Band separat vorgelegt wird, erhält „die Anstrengung indessen keinen Sinn“. In diesen Kapiteln schlägt der Verfasser zur Ermittlung eines geschlossenen Werkbildes des Bildhauers Hofer neue Wege ein, die so nicht vorgezeichnet waren.

Ohne die großzügige finanzielle Förderung durch mehrere Institutionen hätte der Verein die Drucklegung einer so umfassenden Studie nicht in Angriff nehmen können. So gebührt nachfolgenden Institutionen der Dank der Herausgeber:

Bezirk Niederbayern - Kulturstiftung
Bezirk Oberpfalz - Kulturell-Gemeinnützige-Oberpfalz GmbH
Bistum Regensburg
Ernst-Pietsch-Stiftung Deggendorf
Lions Club Straubing
Stadt Straubing - Kulturamt
Stiftung der Sparkasse Niederbayern-Mitte


Die Herausgeber wünschen sich, dass der vorliegende „Versuch“, wie ihn der Autor selber nennt, ein breites Publikum findet. Auch ist zu hoffen, dass der Kreis der an der heimischen Kunst und Kunstgeschichte Interessierten sich weiter vergrößert und eine fruchtbare, vielleicht auch kontroverse Diskussion einsetzt, die sich für die weitere Bearbeitung des Stoffes als hilfreich und förderlich erweisen möge.

>>> BESTELLCOUPON für SONDERBAND 4 | 1-2

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Mittwoch, 18. Februar 2009, 19.30 Uhr im Saal des Gäubodenmuseums
Georg Ratzinger, Franz Wieland und
die Gründung des Bayerischen Bauernbundes in Straubing

Vortrag von Johann Kirchinger M. A., Wiss. Mitarbeiter /Univ. Regensburg

(hv). Als am 10. April 1893 in Straubing mitten in einer Agrarpreiskrise der "Bund niederbayerischer Landwirte" gegründet wurde, stellte dies die Initialzündung zur Ausbreitung wirtschaftspolitischer In- teressenvertretungen der Landwirtschaft in Bayern dar. Die bereits bestehenden landwirtschaftlichen Organisationen dienten dagegen entweder nur der Förderung der Produktionstechnik (Landwirtschaftli- che Vereine) oder waren lediglich kulturpolitische Interessenvertretungen des katholischen Landvolks (Patriotische Bauernvereine).

Zu den prägenden Gestalten dieser sich nun ausbreitenden bäuerlichen Bewegung gehörten der Gü- terhändler Franz Wieland aus Hierlbach bei Straubing und der Priester Dr. Georg Ratzinger aus Ri- ckering bei Deggendorf. Dieser war maßgeblich daran beteiligt, die scholastische Figur des "gerechten Preises" in die agrarpolitische Diskussion einzuführen. Wieland dagegen setzte auf einen scharf wirt- schaftsegoistischen Kurs. Die organisatorischen und programmatischen Konflikte zwischen diesen bei- den unterschiedlichen Persönlichkeiten gaben der landwirtschaftlichen Interessenvertretung eine Ge- stalt, die in Teilen bis heute fortwirkt.

>>> mehr dazu im Mitteilungsblatt 2/2008




Mittwoch, 21. Januar 2009, 19.30 Uhr im Saal des Gäubodenmuseums
Über die Steinmetzzeichen
Vortrag von Dr. Fritz Fuchs, Kunsthistoriker und Bauforscher, Kunstsammlungen des Bi- stums Regensburg

(hv). Die Steinmetzzeichen sind bis heute ein geheimnisumwittertes Thema. Im Rahmen eines DFG-For- schungsprojekts der Universität Bamberg "Der Regensburger Dom - Interdisziplinäres Modellprojekt zur Erforschung einer gotischen Kathedrale" wurden alle Steinmetzzeichen am Regensburger Dom in einer Datenbank erfasst, woraus sich ungeahnte neue Forschungsperspektiven ergaben. Es geht um gut 10000 Zeichen bei ungefähr 1000 unterschiedlichen Zeichentypen. Topographie und Häufigkeitsdichte der Zeichen erwiesen sich dabei als erstaunlich genauer Widerhall der 250 Jahre Bauzeit am Regens- burger Dom. So ließ sich die Baugeschichte nicht nur überprüfen, sondern sogar modifizieren.

Darüber hinaus ergaben sich aufschlussreiche Indizien zur Frage der Steinmetzzeichen als "Rechtszei- chen" für Qualitätskontrolle und Entlohnung. Dies ist ein tragfähiges Fundament für Vergleichsstudien an anderen Bauten. Mehrfach bereits konnte der Verfasser auf diesem Wege "Ableger" der Dombau- hütte nachweisen. So auch an der St. Jakobskirche in Straubing.

>>> mehr dazu im Mitteilungsblatt 2/2008