HISTORISCHER VEREIN - ARCHIV 2016
 
Neuigkeiten und Termine
Die Veranstaltungen des Historischen Vereins finden in der Regel im Saal des Gäubodenmuseums Straubing, Fraunhoferstraße 23, oder im Saal der Sparkasse Straubing-Bogen (Eingang Jakobsgasse) statt. Alle Termine und Ankündigungen sind auch der Tagespresse (Straubinger Tagblatt) und dem jährlich erscheinenden, per Post an die Mitglieder zugestellten Mitteilungsblatt des Vereins zu entnehmen.
WER, WO, WANN, WAS??? - ARCHIV DES HISTORISCHEN VEREINS

2016


Donnerstag, 10. November 2016, 19.00 h, Citydom Straubing
Kurt Raab: Katholik, Filmschauspieler, Autor
Vom Werden eines Gymnasiasten in Straubing

Filmvorführung mit Einführungsvortrag von OStD a. D. Wolfgang Hammer, Mitterfels

Straubing. (hv) Kurt Raab, einer der profiliertesten Schauspieler aus der Gruppe um Rainer Werner Fassbin-der, bestand 1963 das Abitur am Anton-Bruckner-Gymnasium in Straubing. Schon in der Schulzeit hatte ihn das Theater- und Filmfieber gepackt. Aufführungen von „Hamlet“ und „Draußen vor der Tür“, Filme über das Schülerleben und die Liebe eines Mädchens zu einem Zigeuner, ein Filmdrehbuch und ein Theaterstück zeigen die Anfänge des Lebens eines Menschen, der aus der katholischen Provinz zu einer Gruppe der großstädtischen Avantgarde in München stößt, die filmgeschichtlich ein bedeutendes Kapitel geschrieben hat: die Gruppe um Rainer Werner Fassbinder. Der Beitrag von Kurt Raab zu diesem Kapitel war durchaus nennenswert.

Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil stellt wichtige Ereignisse seines Lebens als Schüler in Straubing vor. Im zweiten Teil wird der Film „Warum lief Herr R. Amok“ gezeigt.



Donnerstag, 13. Oktober 2016, 19.30 Uhr, Vortragssaal des Gäubodenmuseums
Der Landesherr als Bierbrauer. Die Bedeutung der Wittelsbacher
für die Entwicklung des Brauwesens in Bayern

Vortrag von Konservator Dr. Karl Gattinger, Bay. Landesamt für Denkmalpflege, München

Straubing. (hv) Bier in Bayern ist eine Erfolgsgeschichte. Den vielleicht größten Anteil daran hatten die bayerischen Herzöge und Kurfürsten, von denen – über Jahrhunderte hinweg – die entscheidenden Impulse für den im 16. Jahrhundert einsetzenden Aufstieg des bayerischen Brauwesens vom regionalen Braugewerbe zur Brauindustrie von Weltgeltung ausgingen. Neben den landesherrlichen Verordnungen wie das berühmte Reinheitsgebot von 1516, die endlich eine zuverlässig konstante Qualität des Biers garantierten, war es vor allem das von dem Wittelsbacher Maximilian I. 1602 begründete kurfürstliche Weißbierbrauwesen, das den Wandel Bayerns vom Wein- zum Bierland verursachte - ein Wandel, der bis heute durch eindrucksvolle, über das ganze Land verteilte Baudenkmäler anschaulich dokumentiert wird.



Dienstag, 13. September 2016, 19.30 h, Gäubodenmuseum Straubing
„…ein anmaßend Schönes Ding“. 700 Jahre Straubinger Stadtturm
Führung mit Dr. Stefan Maier, stellv. Museumsleiter, durch die Ausstellung

Straubing. (hv) Als Wahrzeichen der Stadt steht der mächtige gotische Stadtturm mit seinen fünf Spitzen, 68 Meter hoch aufsteigend, mitten auf dem lang gestreckten Stadtplatz. War 1782 in einer der frühesten Stadtgeschichte Straubings der Turm noch als „die größte Zierde von Straubing …die fünfe grad!“ charakterisiert worden, so erwog man im Zuge der Demolierung der Stadtbefestigung 1806/1807 kurzzeitig auch den „großen, sehr überflüssigen Turm“ bzw. diesen unnützen „Zahnstocher“ abzureißen. Doch heute eröffnet das „anmaßend schöne Ding“, wie ihn der Schriftsteller Josef Martin Bauer 1968 bezeichnete, dem Besucher einen herrlichen Blick auf die mittelalterliche Stadtanlage, das moderne Straubing, die Donau, den Gäuboden und weit in den Bayerischen Wald hinein. Anlässlich seines 700-jährigen Bestehens beleuchtet eine Sonderausstellung die Geschichte des Straubinger Stadtturms, seinen Bau wie auch seine Funktion für die Stadt seine Bedeutung für den Alltag in der Stadt ebenso wie seinen Aufstieg zum Wahrzeichen der Stadt.

19.30 h: Treffpunkt im Foyer des Gäubodenmuseums



Donnerstag, 09. Juni 2016, 19.30 Uhr, Vortragssaal des Gäubodenmuseums
Über den verschwundenen Beruf des Türmers.
Musik im Schatten des Turms

Vortrag von StD a. D. Dr. Fritz Wagner, Deggendorf


Straubing. (hv) In dem Vortrag soll zum einen versucht werden, am Beispiel Deggendorfs die soziale Stellung des Türmers zu skizzieren, also sein Pflichten und Rechte, seine Einkommenssituation, seine Funktion in der Kulturszene der Stadt. Außerdem geht es um die Gründe dafür, warum der Türmer allmählich seine Bedeutung verlor und Ende des 19. Jahrhunderts schließlich verschwand.



Donnerstag, 12. Mai 2016, 19.30 Uhr, Vortragssaal des Gäubodenmuseums
Der Mann im Turm.
Türmer in der Oberpfalz und ihre musikgeschichtliche Bedeutung

Vortrag von Johann Wax M.A., stellv. Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Regensburg

Straubing. (hv) Türmer hatten über Jahrhunderte hinweg nicht nur die Feuerwache als Hauptaufgabe inne, sondern bestritten auch noch jegliche Art von Musik in ihrem Wirkungsbereich. Um diese zwei großen Arbeitsbereiche des Türmers geht es in dem Vortrag von Johann Wax, der als stellvertretender Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz die Geschichte der Türmerei seiner Region beleuchtet. Bilder und Musik aus dem Türmermilieu machen die Ausführungen lebendig. Johann Wax beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit dem Türmerthema und vermittelt in seinen Vorträgen auf lebendige Art und Weise Wissenswertes über diesen fast vergessenen Berufsstand.



April 2016

Im Visier: 800 Jahre Neustadt Straubing...

Straubing. (hv) Anlässlich der 800-Jahrfeier der (Neu-)Stadt Straubing (2018) wird der Verein in Zusammenarbeit mit den beiden Prof. Dr. Dietl und Prof. Dr. Dittscheid/Univ. Regensburg mehrere Studienbände zur Stadt-, Kunst- und Rechtsgeschichte vorlegen, die von ca. 30 Autoren bearbeitet werden. Desgleichen wird der Verein die Drucklegung der umfangreichen Landschreiberrechnungen von Hans Kastenmayr (1424/25) zu diesem Jubiläum vorbereiten...



April 2016

Postkartensammlungen des Vereins in Bearbeitung...

Straubing. (hv) Der Verein hat in den letzten Jahren umfangreiche Postkartensammlungen (Stadt/Landkreis) verschiedener Provenienz erworben. Die Vorstandschaft ist seit längerer Zeit intensiv damit beschäftigt, den Gesamtbestand zu sichten, abzugleichen (auf Dubletten) und zu ordnen. Nur die Postkartensammlung des Landkreises kann derzeit von einer Praktikantin aufgenommen werden. Die umfangreiche Sammlung der Stadt wird von Vorstandsmitgliedern weiter gesichtet und bearbeitet.



April 2016

"Schlüsselübergabe an den hl. Petrus" großes Sorgenkind...

Straubing. (hv) Das ehem. barocke Hochaltargemälde aus der Kirche St. Peter mit dem Thema „Schlüsselübergabe an den hl. Petrus“ lagert seit Jahrzehnten im Turm von St. Michael. Das Gemälde stammt von dem bekannten Maler Johann Selpelius aus dem Jahre 1662. Da das sehr qualitätvolle riesige Gemälde (3,4 x 2,1 m) sich in einem verwahrlosten Zustand befindet, bemüht sich der Historische Verein mit dem Stadtheimatpfleger, auf absehbare Zeit eine Lösung für Erhalt und Rettung dieses Kunstwerks zu finden.

Eine Sicherung bzw. Restaurierung wurde mittlerweile von einer Firma (Hess u. Thieme/München) auf 100.000,- bzw. 140.000,- Euro beziffert. Zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege (Referent Dr. M. Schmidt) und verschiedenen Institutionen und Stiftungen wird derzeit an einem Finanzierungsplan gearbeitet. Der Verein hat dazu inzwischen als Anschubfinanzierung 3 000,- Euro bereitgestellt...



April 2016
Historische Hinweistafeln wieder aufgetaucht...

Straubing. (hv) Wegen der Sanierung der Kalvarienbergkapelle und der angrenzenden Mauer wurde seinerzeit die kupferne Hinweistafel abgenommen. Sie wurde unversehrt aufgefunden und wird nach Abschluss der Arbeiten wieder angebracht. Auch die Hinweistafel am ehemaligen Wohnhaus von Jakob Sandtner in der Steinergasse 19 (Haus Apollo Optik/Gerald Murrer) wird demnächst wieder zu sehen sein...



April 2016
"Sparkassen-Brunnen" kehrt auf Pfarrplatz zurück...

Straubing. (hv) Dank der Initiative und Hartnäckigkeit von Vereinsmitglied Sparkassendirektor a.D. E. Hurt konnte der Sparkassenbrunnen auf dem Turmplatz vor St. Jakob 2015 wieder aufgestellt werden. In den 70er Jahren hatte sich der Stadtrat im Rahmen der Stadtsanierung für die Gestaltung dieses Platzes einen Brunnen gewünscht, der dann von der Sparkasse gesponsert wurde. Der Brunnen, von dem Künstler Gerhard Kadletz 1985 geschaffen, war 1988 wegen der Restaurierungsarbeiten der Stiftskirche (Turm) abgebaut und zunächst im Pfarrhof, später im Klärwerk eingelagert worden.



April 2016
Fotografische Gesamtdokumentation zu St. Jakob vor Abschluss...

Straubing. (hv) Auf Veranlassung des Stadtheimatpflegers gab die Kirchenverwaltung St. Jakob eine fotographische Gesamtdokumentation aller Inschriften und Textzeugen in der Stiftskirche St. Jakob in Auftrag. Die von Dr. I. Seuffert/München erstellte Dokumentation steht vor dem Abschluss und wird im Juni 2016 der Pfarrei zur weiteren wissenschaftlichen Bearbeitung übergeben.

Für eine kunsthistorische Bearbeitung der Ausstattung von St. Jakob mit neogotischen Altären werden die Archivalien im Pfarrarchiv St. Jakob gesichtet, geordnet und damit für eine gezielte Forschung bereitgestellt. Der Verein hat sich entschlossen, die Finanzierung dieser Maßnahme über einen Werkstudenten zu übernehmen.



April 2016
Neues von der Schutzengelhilfe...

Straubing. (hv) Durch eine Reihe ausgefallener Veranstaltungen von Konzerten und Lichtinstallationen, mit denen das „Heilige Theater“ der illuminierten Schutzengelkirche in ihren Bann zog, gelang es dem Initiator der „Schutzengelhilfe“ und Vereinsmitglied Lutz Burgmayer die Altstadtkirche immer wieder ins Bewusstsein zu rücken. Aktuell bemüht man sich zur weiteren Ausstattung um die moderne Gestaltung des Mittelfensters der Rückseite, um die Modernisierung der Beleuchtung und um die fällige Restaurierung der Eingangstür zur Loretokapelle.

Monetäre Spenden, zweckgebunden zugunsten der Schutzengelkirche, sind erwünscht auf das Konto „Schutzengelhilfe“: IBAN: DE89 7425 0000 0000 0053 55.



April 2016
Stiftung St. Peter unterstützt "Wartungsarbeiten"...

Straubing. (hv) Die Stiftung St. Peter, von ihrem Gründer Vereinsmitglied Theodor Seethaler zu Erhalt und Rettung der Denkmäler in St. Peter initiiert, beteiligte sich auch 2015 in Zusammenarbeit mit der Kirchenverwaltung St. Peter und der Stadt ideell und finanziell an den jährlichen Wartungsarbeiten an geschädigten Grabdenkmälern des Friedhofs St. Peter. An einer Anzahl von Grabstätten wurden Schäden durch den Steinrestaurator Jeschar (Fürth) beseitigt, verschiedene Wartungsarbeiten an Eisenkreuzen durchgeführt. Während umfangreiche Steinmetzarbeiten am West- und Südportal der Basilika, die anspruchsvolle Ergänzungen von Absprengungen und das Schließen von Rissen umfassten, von der Pfarrei übernommen wurden, beauftragte die Stiftung St. Peter allein die aufwendige Sanierung der geschädigten Holztüren der Basilika, die ein renommierter Holzrestaurator aus Regensburg erledigte.

Bei Interesse für die Arbeit der Stiftung möge man Kontakt über Tel. 09421/6849 mit Vereinsmitglied Theodor Seethaler aufnehmen. Konto der Stiftung St. Peter: IBAN DE04 7429 0000 0043 6771.



Donnerstag, 28. April 2016, 19.30 Uhr, Vortragssaal des Gäubodenmuseums
„Alle fünfe grade“. 700 Jahre Straubinger Stadtturm
Vortrag von OStD a. D. Werner Schäfer, Straubing

Straubing. (hv) Zum Stadtturmjubiläum beleuchtet der Referent die Baugeschichte und die Funktionen von Straubings Wahrzeichen. Er skizziert die Verbindungen mit Bürgerschaft, Rat und Rathaus vom 14. Jahrhundert bis zum Gegenwart. Nicht zuletzt widmet er sich auch den Aufgaben des Türmers im Wandel der Zeiten.



Donnerstag, 14. April 2016, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums
Warum in die Ferne schweifen...? -
Wanderung und Auswanderung in Niederbayern im 19. Jahrhundert

Vortrag von Dr. Thomas Paringer M.A., Archivoberrat, Staatsarchiv Landshut

Straubing. (hv) In Zeiten hoher gesellschaftlicher Mobilität, in denen "Reality"-Dokumentationen über moderne Auswanderer zum Standard im Fernsehprogramm zählen, lohnt es sich, die Phänomene Emigration bzw. Migration auch einmal unter historischem Blickwinkel zu betrachten. War unsere Heimat im 19. Jahrhundert ein Auswanderungsland? Wer konnte und wer durfte überhaupt auswandern und wohin verschlug es die Ausgewanderten? Am Beispiel Niederbayerns im 19. Jahrhundert lassen sich anhand eines räumlich und zeitlich begrenzten Untersuchungsobjekts konkrete Antworten auf diese und ähnliche Fragen finden.



Donnerstag, 10. März 2016, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums
"Patty an JJ miss you a lot, in fact we all do" -
Franziska Helmbrecht aus Oberalteich als Au-pair von 1928 bis 1935 in New Rochelle und Beverly Hills

Vortrag von Sophie Schattenkirchner M.A., Journalistin, Straubing

Straubing. (hv) "Eine wundersame Frau ist heimgegangen" steht in einer Todesanzeige in der Ausgabe des Straubinger Tagblattes vom 2. Juli 1982. Es handelte sich um Franziska Schnellinger, geborene Helmbrecht, die im Alter von 73 Jahren verstorben ist und in Oberalteich beigesetzt wurde.

WIe bemerkenswert das Leben dieser Frau war, erkennt man, wenn man die zahlreichen Schwarzweiß-Fotografien aus den 1920er und 1930er Jahren ihres Nachlasses durchsieht. Darunter befinden sich neben Fotografien des Straubinger Fotostudios Urban unter anderem Aufnahmen der Carcelle Studios in New York City und des Bernstein Studios in New Rochelle. Denn sieben Jahre ihres Lebens verbrachte Franziska Schnellinger in den Vereinigten Staaten: Sie kümmerte sich um die Kinder eines Juweliers in der Nähe von New York, dessen Schmuck heute noch als kostbare Antiquität im Internet gehandelt wird, war die Nanny der Enkelkinder eines Pioniers der US-Varietés mit Villa in Beverly Hills - und traf bei New Rochelle ihre langjährige Freundin aus Oberalteich.

Im Vortrag soll auf das Leben dieser Frau in den Vereinigten Staaten eingegangen werden, dazu werden auch zahlreiche Fotografien, die Franziska Schnellinger dort machte, gezeigt. Ebenso soll die Frage geklärt werden, warum sich die junge Frau letztendlich doch entschied, das sonnige Kalifornien zu verlassen, und wieder in ihre niederbayerische Heimat zurückkehrte.



Donnerstag, 25. Februar 2016, 19.30 Uhr, Saal des Gäubodenmuseums
Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins

Straubing. (hv) Die Einladung zur Mitgliederversammlung (mit Tagesordnung) 2016 liegt dem Mitteilungsblatt 2015 bei. Hier folgend der Bericht des Straubinger Tagblatts vom 27.02.16 (W. Engel).