HISTORISCHER VEREIN - ARCHIV 2018 - Neuigkeiten und Termine
Die Veranstaltungen des Historischen Vereins finden in der Regel im Saal des Gäubodenmuseums Straubing, Fraunhoferstr. 23, statt. Aufgrund des Umbaus des Museums sind die Veranstaltungsorte in 2017 u. 2018 jeweils der Tagespresse (Straubinger Tagblatt) zu entnehmen.
WER, WO, WANN, WAS???

2018


Donnerstag, 19. April 2018, 19.30 Uhr, Ort: lt. Tageszeitung!
Die Oxen-Connection
Vortrag von Archäologin Gudrun Malcher, Regensburg

Straubing. (hv) Der Vortrag lädt zu einer Zeitreise in die Jahre 1300-1850 ein und stellt einen bisher unbedeutenden Wirtschaftszweig in Regensburg und Niederbayern vor: Hören Sie von den Hintergründen des internationalen Ochsenhandels von Ungarn, Polen, Österreich durch Niederbaiern in die Reichsstadt. Wildwest in Baiern! Im Vordergrund stehen die brilliante Logistik der äußerst schwierigen Fleischversorgung der Städte durch Viehbarone, Metzger, Adelige, Pfarrer und Hirten, die Akteure dieses sehr riskanten, aber auch äußerst lukrativen Geschäfts und die verschiedenen Triebrouten in die Reichsstadt. Über ein weitverzweigtes Handelsnetz wurden bis zu 200 000 große wilde Steppenochsen jährlich von mutigen Männern in den Westen getrieben, um dort den Fleisch- und Materialhunger der Bürger zu stillen. Ein Großteil der Ochsen gelangte nach Straubing und Regensburg. Dadurch blühte hier auch in schlechten Zeiten das Lebensmittel- und Gastgewerbe. Auch viele Handwerke, das Militär und der Bergbau profitierten enorm.

Schriftliche Quellen liefern wertvolle Fakten, ergänzt durch Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen, die Altstraßenforschung, die Flurnamen, die Kunstgeschichte und die Volkskunde. Die Schreibweise mit „x“ für die Oxen verweist auf alte süddeutsche Quellen.



Donnerstag, 15. März 2018, 19.30 Uhr, Ort: lt. Tageszeitung!
Der Salzhandel am Beispiel des Landstorfer-Hauses in Gschwendt bei Straubing
Vortrag von Cornelia Landstorfer, Straubing

Straubing. (hv) Das wichtigste Fernhandelsgut war einst das Salz. Das weiße Gold war nicht nur eine begehrte Speisewürze, sondern diente vor allem auch als Konservierungsmittel und fand Anwendung in verschiedenen Gewerben wie etwa bei der Lederherstellung.

Auch die Gäubodenstadt Straubing war insbesondere wegen der direkten Lage an der Donau ein geradezu prädestinierter Umschlagplatz für das lebensnotwendige Salz. Anhand der Forschungen zur Geschichte eines Hofes im niederbayerischen Gschwendt lässt sich belegen, dass auch die Region um Straubing vom Handel mit Salz profitierte. Durch diesen kleinen Ort verlief die alte Handelsstraße von Straubing nach Böhmen. Die Hofstelle wurde erstmals 1381 erwähnt und ist seit 1613 im Besitz der Familie Landstorfer. Mündliche Überlieferungen über einen Salz-Fuhrhandel von Straubing nach Böhmen konnten anhand von Rechnungen des Salzamtes in Straubing tatsächlich bestätigt werden. 1615 sind diverse Einträge des Vorfahren Georg Stubenhofer zu finden, 1630 ist auch der Zielort „Beheim“, also Böhmen eingetragen.

Straubing, am Schnittpunkt der Handelsstraßen vom Rheinland nach Österreich und von Italien nach Böhmen gelegen, eignete sich hervorragend als Sitz einer Hauptmautstelle und verfügte über vier Salzstädel, von denen allerdings drei herzoglich waren. Mit 500 m langen Schiffszügen (kurfürstliche Salzflotte) wurde die Ware über die Donau nach Straubing transportiert und wurde dann auf den Landwegen vor allem in das salzlose Böhmen gebracht. Getreide, Hopfen, Glas und noch andere Waren wurden als Gegenfracht mitgebracht. Lange Zeit war das Salz somit völkerverbindend. Auf den gefährlichen Handelsreisen kam es häufig zu Überfällen und vor allem die Wirren verschiedener Kriege erschwerten immer wieder die Ausübung des Fuhrgewerbes und brachten es zeitweise ganz zum Erliegen.



Donnerstag, 22. Februar 2018, 19.30 Uhr, Foyer des Gäubodenmuseums
Jahreshauptversammlung 2018 mit Neuwahlen

Straubing. (hv) Die Einladung zur Jahreshauptversammlung (mit Tagesordnung) liegt dem Mitteilungsblatt 2017/2018 bei.